wegweisendes coaching
 14. August 2017

Ich kann das nicht…Der angekettete Elefant

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„Ich würde ja sooo gerne, aber ich kann nicht.“

 
Im Coaching höre ich das fast jeden Tag von meinen KlientInnen.
Den Kopf voller Ideen, im Herzen viele Träume und mittendrin ein unsichtbares Gummiband, das sie davon abhält, das zu verwirklichen, was sie sich wünschen!
Kennen Sie das? Sie glauben auch, dass Sie es nicht schaffen? Dann habe ich hier eine passende Geschichte für Sie…

Der angekettete Elefant


Als ich ein klein war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert und am meisten gefiel mir der Elefant.
Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau.
 
Nach der Vorstellung aber, und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt, blieb der Elefant immer am Fuß an einem kleinen Pflock angekettet. Der Pflock war nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte.
Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich außer Zweifel, dass ein Tier, dass die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte.
Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute. Was hält ihn zurück? Warum macht er sich nicht auf und davon?
 
Als Sechs- oder Siebenjährige vertraute ich noch auf die Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, einen Vater oder Onkel nach dem Rätsel des Elefanten.
Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert sei. Meine nächste Frage lag auf der Hand: „Und wenn er dressiert ist, warum muss er dann noch angekettet werden?“ Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort bekommen zu haben.
 
Vor einigen Jahren fand ich heraus, dass zu meinem Glück doch schon jemand weise genug gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden: Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er seit frühester Kindheit an einem solchen Pflock gekettet ist.
 
Ich schloss die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, dass er in diesem Moment schubst, zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil dieser Pflock zu tief in der Erde steckt.

Ich stelle mir vor, dass er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert und am nächsten Tag wieder und am nächsten… Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt.
 
Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, dass er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt. Und das Schlimmste dabei ist, dass er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.
 

Wir alle sind ein Elefant

Uns allen geht es ein bisschen so wie diesem Zirkuselefanten: Wir bewegen uns in der Welt, als wären wir an Hunderte von Pflöcken gekettet.
Wir glauben, einen ganzen Haufen Dinge nicht zu können, bloß weil wir sie ein einziges Mal, vor sehr langer Zeit, damals, als wir noch klein waren, ausprobiert haben und gescheitert sind.
 
Wir haben uns genauso verhalten wie der Elefant und auch in unser Gedächtnis hat sich die Botschaft eingebrannt: Ich kann das nicht, und ich werde es niemals können. Mit dieser Botschaft, der Botschaft, dass wir machtlos sind, sind wir groß geworden, und seitdem haben wir niemals mehr versucht, uns von unserem Pflock loszureißen. Manchmal, wenn wir die Fußfesseln wieder spüren und mit den Ketten klirren, gerät uns der Pflock in den Blick und wir denken: Ich kann nicht, und werde es niemals können.
 
Genau dasselbe hast auch du erlebt… Dein Leben ist von der Erinnerung an ein Jüngeres Selbst geprägt, das es gar nicht mehr gibt und das damals nicht konnte.
 
Der einzige Weg herauszufinden, ob du etwas kannst oder nicht ist, es auszuprobieren, und zwar mit vollem Einsatz. Aus ganzem Herzen!
 
Soweit die Geschichte „Der angekettete Elefant“.

Wenn Sie Ihnen gefallen hat, fragen Sie sich jetzt gleich:

•             Was hält mich davon ab, das zu leben, was ich wirklich möchte?
•             Wann und wodurch habe ich angefangen zu glauben „Ich werde das niemals können“?
•             Was würde ich unbedingt ausprobieren wollen, wenn ich keine Angst hätte zu scheitern?

Werden Sie sich Ihrer Größe und Kraft bewusst! Sehen Sie alles, was in Ihnen steckt!!

 

Quelle: Angelehnt an: Der angekettete Elefant, Ein Auszug aus dem Buch „Komm ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay

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